Wir fahren die staubige Strasse von Njombe nach Lugarawa. Zu fuenft im Jeep, hinten drei Mitfahrer und Berge von Gepaeck, ich vorne am Beifahrersitz neben F.Jon, in dessen Fittichen ich nun gelandet bin.
Ich versuche die warme Geborgenheit, die Fr Peter mir vermittelte loszulassen und stelle mich neu ein. Noch weiss ich nicht, was auf mich zukommt, doch jetzt ist es zu spaet um letzte Skrupel zu naehren. Risikobereitschaft ist nun gefordert!
Also: Auf in das Neue, das Unbekannte, das Abenteuer! Ein Stueck Ausgeliefert sein an Fremdes ertragen, ein Stueck Unsicherheit und Mangel an Geborgenheit aushalten. Einfach alles loslassen, sich aussetzen und offen sein fuer das, was kommt. Ich nehme volles Risiko und bin bereit bis ans Ende der Welt zu fahren.
Wir lassen das letzte Stueck Asphalt hinter uns und dann geht es hinein ins Bergland. Bergauf, bergab, auf wilden, holprigen Wegen, staubig und voller Schlagloecher und in ausgefurchten Spuren von Rinnsalen der Regenzeit, eine maechtige Staubwolke hinter uns herziehend.
Zweimal halten wir an und laden Waren zu, drei Saecke Kartoffeln hier, eine Kiste Bier dort und die weisse Mzungu wird ueberall beaeugt, ja unverhohlen angestarrt, bestaunt oder gar belustigt wie eine Sensation betrachtet.
Obwohl mir schien der Jeep sei schon voll beladen, steigt noch jemand zu und nutzt die Fahrt in den Hauptort. Und auch die Schwester vom naechsten Ort hat noch Platz. Ob sie wohl meinen, dass da noch jemand hineinpasst?
Eine Huegelkette folgt der anderen, mir scheint wirklich, wir fahren in ein Maerchenland "hinter die sieben Berge". Mein Handy hoert zu funktionieren auf, ja wir rattern zurueck in die Vergangenheit.